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 Lauf zum Teufelsbad

 

Heute, am 11.01.2004 ist der erste Lauf der Winterlaufserie in Hörkamp-Langenbruch im neuen Jahr. Schon gestern Abend kribbelte bei mir wieder irgendwie das Lauffieber. Diese Woche hatte ich Regenerationswoche, aber jetzt war es genug mit den kurzen Läufen.

Also am Abend die Trinkblase mit Wasser füllen, Kukident rein und zeitig ins Bett.

Um halb fünf war die Nacht vorbei. Schnell in die Klamotten springen, lag ja schon alles bereit, Computer an und ein Blick in Laufen-aktuell. Dann ab in die Küche und Getränk vorbereiten. 1Liter Apfelsaft und 2 Liter Wasser in die Trinkblase rein. Ganz wichtig für mich, dazu einen gestrichenen Teelöffel Salz. Eine Tasse Kaffe trinken und dann einmal vor die Haustür und das Wetter begutachten. Noch ist alles trocken, leichter Wind aber auch einige Wolken ziehen auf. Na, denn die Regenjacke mit in den Rucksack.

Als neueste Errungenschaft kommt in die rechte Jackentasche ein Diktiergerät. Mal sehen, wie ich damit meine Stimmung auffange und die Streckenbeschreibung  nachvollziehen kann.

05:40 Uhr fahre ich von zu Hause los. Knapp 20 km bis nach Hörkamp-Langenbruch. Ich fahre gemütlich, hab ja Zeit.  Trotzdem überholt mich in Gelldorf so ein Trottel mit einem Affenzahn, als sei er vom wilden Watz gebammelt. Die Idioten sterben halt nicht aus.

Egal, ich komme jedenfalls gut an.

Unterwegs setzte der Nieselregen ein, aber das kann mich ja nicht erschüttern.

Um kurz nach 6:00 Uhr bin ich am Vereinsheim. 5°C Außentemperatur, aber der Wind hat kräftig zugenommen. Meine Stirnlampe in Betrieb genommen, Rucksack aufgesetzt und los geht es. Ganz verhalten lauf ich los, denn es geht hier von Anfang an gleich aufwärts. 25 Minuten nur bergauf, das kenn ich schon. Bloß keine Körner verpulvern, der Tag ist noch lang. Der Rhythmus stellt sich schnell ein, es läuft gut. Nach 23 Minuten bin ich schon am Ende der Steigung. Nun geht es 400 m fast flach weiter bevor der nächste Anstieg kommt.

Ich will noch hoch zur ehemaligen Radarstation. Erstaunlich, was hier in den letzten Tagen, als es noch frostig war, an Holz an den Wegesrand transportiert wurde. Stellenweise ist es schon fein säuberlich gespalten und gesägt und zu hohen Stapeln geschichtet.

Ein Kauz begleitet mich schon von Anfang an mit seinem so typischen Geschrei. Der Nebel, der jetzt aufkommt, gibt dem Ganzen noch einen gruseligen Touch.

Durch das Wierser Tor, so heißt dieses Gelände hier, nehme ich den Weg zur Radarstation unter die Füße.

Der nächste Anstieg kommt jetzt, zügig nehme ich ihn unter die Füße. Letzten Winter bin ich hier in ein dickes Schneetreiben gekommen, aber bei den heutigen Temperaturen passiert das bestimmt nicht. Dafür nimmt der Regen zu. Kurz vor der Radarstation komme ich an einem wunderbaren Stück Natur vorbei. Hier muss ich ganz konzentriert laufen. Es ist ein kleiner Pfad, wenn ich mir da einen Fehltritt leiste, dann stehe ich bis zum Knie im Wasser. Mit einem nassen Bein macht das Laufen nicht unbedingt Spaß. In den Tümpeln und Wasserlöchern hab ich im Sommer schon Stichlinge fotografiert und etliche Frösche machten da einen höllischen Lärm. Schön, dass es solche Natur auch noch gibt.

Trockenen Fußes erreiche ich nach 45 Minuten Laufzeit das Eingangstor zur ehemaligen Radarstation.

Ab hier laufe ich nun auf einer Teerstraße 7 km nur bergab. Es ist die Trainingsstrecke des Rollskis Verein , der hier ein ideales Trainingsgelände hat. Auch viele Inline Skater haben hier ein Paradies.

Es ist immer noch stockfinster und zu allen Überfluss wird es jetzt immer nebliger. Mein Atem weht auch noch vor mir her und verhindert durch die Strahler der Stirnlampe die Sicht.

Es dauert nicht lange und ich hab eine Sichtweite von 2 Metern. Gut das hier kein Auto fährt.

Ich schalte die Lampe aus, denn im Nebel ist sie untauglich. Ich laufe auf dem Randstreifen, den ich unter meinen Füßen gerade erkennen kann. Nach 10 Minuten lichtet sich der Nebel und ich hab wieder 50 m Sichtweite. Lampe wieder an und Gas geben.

Es dauert nicht lange und ich passiere die Einfahrt zum Steinbruch 

Von hier wurde und wird immer noch Sandstein in die ganze Welt verkauft, zahlreiche Gebäude sind aus diesen Stein geschaffen worden. Ein Besuch hier lohnt sich immer.

Weiter geht es, vorbei an der wunderbar renovierte Gaststätte „Walter“,

dem sich gleich ein großer Gebäudekomplex anschließt. In ihm befindet sich ein Jugend und Bildungszentrum.

1:15 Std. bin ich nun schon unterwegs. Der Regen und Wind wird immer stärker. Gut, das ich meine Regenjacke eingepackt habe. Sie verhindert jetzt, dass ich auskühle. So laufe ich immer weiter und schon bald bin ich bei der „Süßen Mutter“ angekommen.

1:48 Std. liegen hinter mir und es ist jetzt so hell, dass ich die Lampe nicht mehr brauche.

Vor mir liegt das „Teufels Bad“, ein Bergzug der zum Außen Terrain des Kurparks von Bad Eilsen gehört. Hier laufe ich jetzt nach 2:43 Std. nicht die geplante Strecke zum Idaturm, sondern erkunde dieses Naturschutz Gebiet weiter. Vor 15 Jahren bin ich hier schon einmal lang gelaufen, aber die Schönheit dieses Geländes hab ich wohl vollkommen vergessen. Aber nun hab ich sie wieder entdeckt und demnächst mach ich hier eine ausgiebige Erkundungstour.

Auf einem Waldlehrpfad laufe ich entlang und finde ein Hinweisschild „Berghütte“. Da stelle ich mir ein kleines Lokal oder ähnliches vor, aber nichts des gleichen ist zu finden. Nur ein Pfad, der steil bergauf geht. Am Ende des Pfades komme ich auf eine große Wiese zu, wo am anderen Ende eine Siedlung anfängt. Das kann nur Krainhagen sein.

Ja, hier kenne ich mich wieder aus. Neben der Hauptstraße geht es auf einem schmalen Pfad zu den Napoleons Tannen,  ein Wanderparkplatz an der Kreuzung nach Buchholz und Obernkirchen.  Ich entscheide mich, in Richtung Obernkirchen zu laufen. Bei dem Sauwetter auf eine viel befahrene Straße zu laufen, macht nicht unbedingt Spaß. Es dauert auch nicht lange, so ca. 1 km, dann geht es rechts ab in den Bückeberg.  Hier kenne ich mich wieder bestens aus. Nach 10 Minuten erreiche ich wieder die „Meinser Brücke“, eine Kreuzung, wo sich viele Wanderwege treffen. Ich entscheide mich, die Hühnerbachschneise entlang zu laufen. Vorbei am Postbotenweg geht es schnurgerade immer aufwärts. Ich nähere mich der Kreuzung mit dem Kronenbergsweg, wo ich rechts abbiege und auf ihm weiter laufe. Gleich rechts steht die Kronsberg Hütte, eine Wetterschutz Hütte, die noch im Weihnachtsschmuck steht und wahrscheinlich, weil so tief im Berg versteckt, noch nicht von Vandalisten heimgesucht wurde. Nach 3:17 Std. bin ich wieder bei „Walter“ angekommen. Weiter geht es Richtung Liekwegen, lange wieder bergab auf dem Schierbachweg. Kurz vor Liekwegen lauf ich über den „Promilleweg“, der heißt wirklich so, auf die 20 km Strecke der Winterlauf Serie. Der Regen hat jetzt aufgehört, mir ist es kaum aufgefallen, so war ich in die Natur vertieft. Nach 3:44 Std. erreiche ich nun zum „Brand´s Hof“, den Wendepunkt auf der Strecke der Winterlaufserie. 1,5 km Anstieg liegen nun vor mir. Langsam wollte ich ihn angehen. Aber der Mensch denkt und Gott lenkt. Gerade als ich um die Ecke laufe, kommt von links eine Läuferin. Nicht langsam. Und was macht der Revierhirsch? Er zieht natürlich mit. So kommt der Puls doch noch einmal ganz auf seine Kosten. Und ich hänge die arme Frau auch noch gnadenlos ab. Hinterher hab ich mich darüber geärgert, denn vielleicht hätte sie gerne ein paar Worte mit mir gewechselt.  Sie war der einzige Mensch, dem ich bei meinem heutigen Lauf begegnet bin. Oben angekommen, musste ich erstmal eine ordentlichen Schluck trinken um dann den letzten Anstieg zum „Forsthaus Halt“ zu nehmen. Hier komme ich nach 4:11 Std. an. Nass wie eine Katze  und durchgeschwizt  bin ich jetzt. Bis hierhin ohne irgendeinen Einbruch zu erleiden, ohne etwas zu essen, ohne Gel oder Riegel. Ich fühle mich pudelwohl und weiß, dass ich die letzten km auch noch „lächelnd“ schaffen werde.

So ist es auch. Nach 4:24 Std. erreiche ich das Vereinsheim. 42 km durch Regen, Sturm und Nebel haben mich wieder richtig glücklich gemacht.

Im Sportheim wartet schon ein leckeres Stück Kuchen auf mich. Da freue ich mich riesig drauf.