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Nachtlauf am Idaturm am 24. / 25.04.2010

Gestern, am 23.04.2010 bin ich ja auf dem „Jobst von Palombini“ Marathon Rundkurs um den Idaturm fünf Runden gelaufen. Das hat mir sehr gut gefallen. Ich konnte mein Auto sozusagen direkt an der Strecke parken und mich aus dem Auto heraus verpflegen. Alleine das hat schon viel Wert und erleichtert das Leben ungemein. Diese fünf Runden reichten, um sich doch so einige Gegebenheiten der Laufstrecke einzuprägen.

Nun hab ich ja heute am 24.04.2010 meinen einhundertsten Streaktag. Ein Grund, diesen Tag würdevoll ausklingen zu lassen. Mal wieder einen langen Lauf machen, am liebsten durch die Nacht. Ulrike war zwar wieder bange, da ich so alleine durch die Nacht laufen will, aber ich konnte sie beruhigen, versprach das Handy immer in Reichweite zu haben und sie anzurufen, wenn ich da bin.

So startete ich dann um 21:40 von zu Hause in Richtung Bückeburger Bergbad. Dort parkte ich ziemlich weit unten, da hier die Straße noch beleuchtet ist und zwischen anderen Autos fällt meines nicht so auf.  Hat natürlich den Nachteil, dass ich jedes Mal zum Auto einen längeren Weg habe, als gestern. Aber was machen die paar Meter aus, bei dem, was ich laufen möchte. Die 5,816 km lange Runde möchte ich gerne acht Mal durchlaufen, das wären dann 46,528 km.

Um 22:04 Uhr ist es dann soweit. Ich drücke den Startknopf des Navi, die GPS Erfassung läuft. Das Wetter ist vom allerbesten, keine Wolke am Himmel, außer den Kondensstreifen der Flugzeuge, die den Himmel bevölkern. Der Mond ist gut zwei Drittel voll und spendet ausreichen Licht. Die Stirnlampe brauch ich noch nicht. Meinen Rucksack hab ich dabei, nur um einen sicheren Platz für meine Papiere und den Fotoapparat zu haben. Die ersten beiden Runden brauch ich noch nichts trinken, das hol ich mir dann, wenn ich es für nötig halte.

Im MP3 Player höre ich meinen Heimatsender mit meiner Lieblingsmusik. Ein schöner Laufabend nimmt seinen Anfang.

Gedankenversunken und in die Musik vertieft bin ich schon fast einen Kilometer im tiefen Wald, da bemerke ich plötzlich zwei leuchtende Augen vor mir. Ich erschrecke leicht, greife an den Kopf und schalte die Lampe an. Im Lichtkegel steht ein großer Schäferhund vor mir. Schnell erfasse ich die Situation. Die beiden Damen zwanzig Meter hinter dem Hund leuchten nun auch mit Taschenlampen. Man gut, das ich keine Angst vor Hunden habe. Ich spreche das Tier an das dann freudig wedelt. Die Damen entschuldigen sich bei mir, dass sie mich erschreckt haben. Aber ich winke ab. Wer rechnet denn auch damit, dass hier nachts noch einer läuft, oder einer mit Hund Gassi geht. Gemeinsam lachen wir über dieses ungewöhnliche Aufeinandertreffen und dann trennen sich unsere Wege wieder.

Ich trabe weiter genieße das herrliche Laufwetter. Die Wahl der Laufsachen war anscheinend genau richtig, nicht zu warm, nicht zu kalt. Am „Ruhe Wald“ vorbei komme ich dann an einen schönen Aussichtsplatz, dem Bensen Platz. Benannt nach einem berühmten Badearzt aus Bad Eilsen, der dort gewirkt hat. Einen super tollen Ausblick hab ich hier zum Wesergebirge. Auf halber Berghöhe zieht sich das von rasenden Autos gebildete Lichterband in der Ferne auf der A2 entlang. Die meist befahrene Autobahn in Deutschland. Ich verharre hier einen Moment und freue mich, das ich da nicht mit meinem Auto zwischen stecke, sondern hier laufen darf.

Das Telefon klingelt und Ulrike ist am anderen Ende. Ich schildere ihr meine Eindrücke und beruhige sie noch einmal. Es gibt wohl nicht viele, die begreifen, was einen Läufer nachts in den Berg treibt. Ulrike gehört da auch zu,  obwohl sie es ja oft genug mit mir schon erlebt hat.

Aber schweren Herzens lässt sie mich dann doch immer wieder ziehen. „Danke, mein Schatz, ich liebe Dich“.

Weiter geht es. Ein wunderschöner Hohlweg kommt nun. Aber aufpassen, hier kann man leicht stolpern.  Es geht alles gut und ich komme zur Kreuzung, rechts ab nach Bad Eilsen, links hoch zum Idaturm. Ich kämpfe mich diesen elend langen Anstieg hoch, der 500 Meter vor dem Turm noch mal ein kleines Stück eben verläuft um sich dann wieder in einen Anstieg umzuwandeln. Ich bin jetzt dicht vor dem Turm, kann in der Ferne schon die Flugsicherungsleuchten blinken sehen. Aus Bad Eilsen dringt laute Festmusik zu mir herüber. Dort tobt das Leben und ich genieße hier die Einsamkeit des Langstreckenläufers, den leuchtenden Mond und den Uhu, der noch Alarm Signale gibt. Die Natur schläft noch nicht ganz, wird aber ruhiger.

Ich mache mir Gedanken über den Turm. Dort ist ja eine Gaststätte drin, die allerdings jetzt schon geschlossen ist. Niemand wohnt in dem Turm. Wenn da nun mal irgendwelche Ganoven einbrechen wollen und ich als ausgepumpter Läufer da drauf zukäme, was dann wohl passiert. Aber Gott sei Dank ist nichts passiert, alles nur Gedanken. Man sollte immer auf solche Zwischenfälle gefasst sein, denke ich so.

Ich erkenne nun das Profil des Turmes, kein Licht ist mehr an, alles  gottverlassen, nur ich bin hier, am höchsten Punkt der Strecke. Ich freue mich, dass ich so schönes Wetter habe und laufen kann.

Es beginnt der lange Abstieg. Da der Weg nicht gerade als einfach zu bezeichnen ist, schalte ich nun die Stirnlampe an. Das ist mir doch sicherer.

Von gestern weiß ich, dass ich hier viele kleine Steinchen mit den Schuhen aufhebe und mir diese damit fülle. Darum erkor ich die Bank, die fast am Ende des Abstiegs in einer Mauer eingelassen ist, als „Laufschuhentleerungspunkt“. Acht mal hab ich mich dort niedergelassen, um die kleinen Steinchen aus den Schuhen zu entfernen.

Ein Blick auf die Uhr zeigt mir, dass ich gut im Rennen liege. Ich muss dran denken, vor 00:00 Uhr Pause zu machen und diesen Lauf als Streak des heutigen Tages zu speichern. Da müsste ich die zweite Runde noch locker vor 00:00 Uhr schaffen.

Genau so kommt es dann auch. Am Ende der Runde laufe ich zum Auto und verpflege mich. Essen brauch ich nichts, aber eine kleine Flasche Apfelsaft in den Rucksack und eine wird ausgetrunken. 12,97 km bin ich heute gelaufen, mal sehen wie es „Morgen“ weiter läuft. Noch bin ich frohen Mutes.

 

Nach dem Tageswechsel begebe ich mich wieder auf die Strecke. Ein leichter Wind hat eingesetzt, die Kondensstreifen sind am Himmel verschwunden und auch die Tierwelt hält nun Ruhe. Ich kehre in mich und genieße die „Einsamkeit des Langstreckenläufers“, die mich nun voll trifft, im Positiven.

So verlaufen die nächsten Runden gleichmäßig und ohne Probleme. Nach der fünften Runde wird es noch etwas windiger. Ich laufe zurück zum Auto und ziehe mir trockene Sachen an, denn eine Erkältung wegen falscher Kleidung möchte ich mir nicht einfangen.

Der Mond ist weiter gewandert und es wird deutlich dunkler im Wald. Nun muss ich die Stirnlampe die ganze Zeit an lassen.

So laufe ich hier insgesamt acht Runden, die sich mit den Zusatzschleifen zum Auto auf  insgesamt 49,7 km summieren. Fast genau sieben Stunden bin ich unterwegs. Für den heutigen Tag, dem 25.04.2010 ergeben sich 36,75 km. Aber das wichtigste, ich habe keinen Einbruch erlebt, obwohl ich nichts gegessen habe, pro Runde nur eine kleine Flasche Apfelsaft getrunken habe. Ich bin sehr gleichmäßig gelaufen, bin kein einziges Mal gewandert, jeden Anstieg gelaufen. Aber am Tempo muss ich noch feilen, das ist einfach so. Nur da hab ich keine richtige Lust zu.

Zum morgentlichen Salatteller bei unseren „Sonntagsmorgenfrühstückstammtisch“ gönnte ich mir heute noch einen „Strammen Max“ und eine Hühnersuppe.

Muskelbeschwerden oder lahme Beine ?? Nichts, auch jetzt, wo ich hier sitze und schreibe. Ich fühle mich top fit.

Man was hat der Jobst mir für einen Floh ins Ohr gesetzt.  J

                
                  
Der Weg ins Ungewisse. Wieviel Runden schaffe ich ???
Auf dem richtigen Weg.
Weg Markierung.
Hier beginnt der elende Anstieg.
Wegweiser zum Turm
Noch 500 Meter
Meine Stirnlampe reflektiert im Turmeingang.
Der Turm, die Gaststätte.
Wegmarkierung am Turm.
Hinter dem Turm
Information über den RuheWald
Ehrfurchtsvoll verharre ich vor dem Baum.
Zur Andachts Stätte.
Der Bensen Platz.
1,8 km Anstieg bis zum Turm
Der "Laufschuhentleerungspunkt" am Ende des Abstiegs.