Home
Blog
Gästebuch
Familie
Freunde
Laufanfänger
Geocaching
 Laufen, mein Hobby
Jahre in Tabellenform
Schönste Läufe
ESV Minden
Alle Streak
Tagebuch 2018
Tagebuch 2017
Tagebuch 2016
Tagebuch 2015
Tagebuch 2014
Tagebuch 2013
Tagebuch 2012
Tagebuch 2011
Tagebuch  2010
Tagebuch 2009
Tagebuch 2008
Tagebuch 2007
Tagebuch 2006
Tagebuch  2005
Tagebuch 2004
Laufberichte 2017
Laufberichte 2014
Laufberichte 2013
Laufberichte 2012
02.09.2012 Wesergebirge
1. Helenensee Ultra
10.06.2012 Wiehengebirge
09.06.2012 Schaumburg
07.06.2012 Wiehengebirge
03.06.2012 Schaumburgerwald
02.06.2012 Bückeberg
KFT im Bückeberg
21. Gevatterseemarathon
33. Idaturmmarathon
Laufberichte 2011
Laufberichte 2010
Laufberichte 2009
Laufberichte 2007
Laufberichte 2006
Laufberichte 2005
Laufberichte 2004
Laufberichte 2003
Laufjahre u. Sonstiges
Multimedia  "Laufen"
Schmunzelseite
Bilder
Privat
Links
Impressum
  
 


Erster 12h   Helenensee   Ultramarathon

Ein wunderschöner, liebevoll von Carsten und Familie ausgerichteter 12 Stunden Lauf, liegt hinter mir. Mir war gar nicht mehr bewußt, welche eine Perle sich hier abseits der Straße befindet.


Mehrere kleine Teiche prägen diesen Campingplatz, alle zum Baden frei gegeben. Ein Paradies für Eltern und Kinder.


Dadurch ergibt sich ein etwas eckiger Kurs auf dem man den Campingplatz umrundet und durchquert. Alles zusammen läuft man 2,01 km pro Runde.

Pünktlich erschienen die Läufer. Für mich endlich mal die Gelegenheit Max, den Barfuß Läufer persönlich kennen zu lernen. Im Internet kommunizieren wir über sieben Jahre miteinander, und nun treffen wir uns zum ersten Mal persönlich. Eine herzliche Umarmung und Schulterklopfen. Laufen verbindet, führt Freunde zusammen.

Auch die anderen Teilnehmer begrüßen sich und uns nicht minder herzlich. Ein schöner Tag nimmt seinen Anfang.


Der Verpflegungsstand am Start und Ziel, alles was das Läuferherz begehrt. Verhungern und verdursten brauch hier keiner.

Selbst der Wettergott ist uns wohlgesonnen. Außer ein paar kleinen Schauern am Anfang haben wir ideales Laufwetter.

Pünktlich um 08:30 Uhr starten wir dann. Zusammen laufen wir die erste Runde und Carsten macht uns mit den Gegebenheiten bekannt. Die Strecke ist super ausgeschildert, aber das erfreulichste:  Es gibt drei blitzsaubere Toilettenanlagen auf den 2,01 km langen Kurs und ebenso blitzsaubere Duschen. Das soll mal einer toppen.

Noch sieht man nicht viele der Camper, aber die, die wir treffen, begegnen uns alle freundlich und wünschen uns viel Spaß. Verstanden, was wir hier machen, haben sie aber noch nicht. Das zeigen die ungläubigen Fragen, ob wir einen Marathon laufen wollen. Wenn wir dann antworten, nein, wir wollen zwölf Stunden laufen, dann glauben sie uns nicht.


Nachdem wir dann zum ersten Mal an den Verpflegungsposten kamen, zog sich das Teilnehmerfeld auseinander. Die einen wollten schnell die ersten fünfzig Kilometer zurücklegen, die anderen halt ganz gemütlich einfach nur zwölf Stunden laufen. So hat jeder seine eigene Vorstellung.

Aber am schönsten war es, wie sich die Kinder freuten und wie eifrig sie mitliefen.  Besonders Svenja muß ich da erwähnen. Die Augen funkelten vor Ehrgeiz, ich glaube sie hat sich für heute richtig was vorgenommen.

Aber auch die vielen Kinder an der Strecke, die neugierig wurden, weil wir immer wieder an ihren Spielplätzen vorbei liefen. Sie liefen freudig mit uns einige Meter, fragten uns aus, warum wir das machen, und dann liefen sie zurück zum Spielen. Die meisten  barfuß.

Aber da ist einer, der läuft Barfuß mit. Max trabt neben uns her, obwohl der Weg gesplittet ist, er läuft barfuß. Da komme ich doch ins grübeln, das so etwas möglich ist. Aber die Kinder machen es uns ja auch vor, sie sind den ganzen Tag in Barfuß unterwegs.


Max nach 42,195 km. Deutlich zu erkennen sein Wahrzeichen, der rot lackierte große Zeh.

So drehen wir Runde um Runde, immer in abwechselnder Begleitung. Langeweile kommt nicht auf. Die Camper erwachen und sitzen vor den Zelten und Wohnwagen. Einige feuern uns aufmunternd an, andere staunen nur, dass wir so oft an ihren Plätzen vorbei laufen.




Gegen 13:45 ist es dann so weit. Helmut ist der erste, der die Marathonstrecke hinter sich hat. Glückwunsch zu der Leistung. Aber seine Frau sitzt ihm dicht auf den Fersen.

Pech hat Christoph. Lange ist es mit seinem Knie gut gegangen, aber ausgerechnet heute fängt es wieder an zu Zicken, was letztendlich zu seinem Rennabbruch führt. Lina, seine Tochter, und Beppo haben ihn bis zum Halbmarathon treu begleitet, aber dann war leider Schluß. Gute Besserung von hier aus. Vielleicht sehen wir uns hier ja im Oktober wieder.

Carsten und ich laufen die ganze Zeit zusammen. Mit wechselnder Begleitung und bei guten Gesprächen. Max gibt uns viele gute Ratschläge für unsere orthopädischen Alltagsbeschwerden und über das Leben und Laufen. Der Gesprächsstoff geht nicht aus.

Mittlerweile hat Martina auch den Marathon geschafft und es dauert nicht mehr lange, dann hat Helmut die fünfzig Kilometer voll. Das Ehepaar ist eine Bereicherung für uns alle. Ihre Freude und Spaßigkeit bringt uns immer wieder zum Lachen und schmunzeln.



Kurze Zeit nach Helmut kommt auch Martina über die fünfzig Kilometer Marke, wie immer mit einem fröhlichen Lächeln im Gesicht und man bekommt den Eindruck, sie hätte noch gar nicht gelaufen. So einfach und leicht sieht ihr Laufstil aus. Und dabei war das ihr erster Ultralauf. Herzlichen Glückwunsch, toll gemacht.

Wir haben ja noch viel Zeit bis zum Ende der zwölf Stunden. Sandra, stellenweise mit dem kleinen Jan im Babyjogger,  zieht unauffällig ihre Runden. Ebenso Svenja. Die machen ihr Ding in aller Ruhe. Schön anzusehen, wie sie sich immer wieder motivieren, die nächste Runde in Angriff zu nehmen. Da kommen auch schon einige Kilometer zusammen.


Das das Langstrecken Laufen auch Kindern viel Spaß machen kann, zeigt uns Svenjas Gesichtsausdruck . Zu dieser Zeit hat sie schon deutlich den Halbmarathon hinter sich gelassen.



Gemeinsam erreichen Carsten und ich die Marathonmarke um 16:44 Uhr. Sicher keine überragende Zeit, aber der Spaß und die Freude stehen heute an erster Stelle. Alle zwei Kilometer ein gut bestückter Verpflegungspunkt bremst auch ganz schön aus. Wo gibt es bei einem Ultralauf schon Folienkartoffeln? Man, war das lecker.


Auch Max erreicht den Kilometer 42,195 mit einem Lächeln im Gesicht. Für mich unvorstellbar, wie man so etwas in Barfuß schaffen kann. Aber er zeigt uns, dass es geht. Super Max, das war doch ein toller Tag.

Die Camper machen sich nun wieder deutlich bemerkbar. Schier fassungslos fragen sie immer wieder, wie lange wir denn noch laufen wollen.  Einer baut sich sogar vor mir auf:

Das kann doch nicht gesund sein, was sie da machen, ruft er mir mit lauter Stimme zu. Ihre Gelenke müssen doch alle kaputt sein, so etwas ist doch völlig unmenschlich.

Ich bleibe vor ihm stehen, drehe mich tanzend im Kreis, hüpfe und springe. Lache dabei, was ihm aber nicht so recht gefällt. Er hat wohl schon ein Bier zu viel getrunken und da will ich keinen Streit entfachen.

Ich mache einen kleinen Zwischenspurt und bin dann wieder bei Sandra und Carsten.

Die letzten beiden Stunden liegen noch vor uns. Nur Sandra, Carsten, die kleine Svenja und ich sind noch auf der Strecke. Max unterstützt uns immer fröhlich am Verpflegungsstand und feuert uns an. Sandra und Svenja sind immer wieder am rechnen, ob es ihnen wohl gelänge, den Marathon noch zu schaffen. Die Zeit wird knapp, aber sie wollen es wenigstens versuchen. Toll, wie die Beiden sich da durchkämpfen. Es tut ihnen jetzt schon richtig weh.

Dann ist es soweit. Sandra kommt zuerst über die Ziellinie. Zwanzig  Minuten vor Ziel Schluss schafft Sie es, der Traum ist wahr geworden. Der Marathon ist geschafft. Toll, liebe Sandra, ich freue mich richtig doll mit Dir mit.

Carsten und ich laufen nun die Strecke zurück. Wir möchten sehen, wo Svenja nun ist und Sie auch auf den letzten Metern begleiten.

Die Camper rufen uns zu, was denn nun sei, das wir zurück laufen. „Wir laufen jetzt zwölf Stunden anders herum“, antworten wir. Aber das glaubt uns nun wirklich keiner mehr.

Nach gut einem Kilometer kommen wir um eine Kurve und da sehen wir Svenja. Als sie uns erblickt, da strahlt sie über das ganze Gesicht. Sofort fällt sie in den Laufschritt und mit uns als Begleiter laufen wir dem Ziel entgegen. Als wir um die letzte Kurve gelaufen kommen, da bricht der Jubel los. Noch zwanzig Meter, dann hat auch sie ihr selbstgestecktes Ziel erreicht:  Marthon laufen.

Ganz herzlichen Glückwunsch zum Erreichen Deines Ziels. Du hast bis zum Schluss an Dich geglaubt. Fein gemacht.

Leider war mein Akku leer, aber Carsten hat Sandra und Svenjas Zieleinlauf geknipst. Sobald ich die Bilder habe, baue ich sie ein. Versprochen.

Carsten und ich liefen 29 volle Runden zur Wertung.

Mit den Abstecher zurück kamen wir zusammen auf 60,01 km.

Ein wunderschöner Tag mit vielen netten Menschen nimmt seinen Ausklang. Spaß hatten wir reichlich bei perfekter Organisation und super Laufwetter. Das ruft nach mehr.

Ganz herzliches Dankeschön an Carsten und der ganzen Familie. Es war richtig schön bei Euch. Auf ein Neues.