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25. und 26.05.2013

Carsten hat zum 24 Stunden Lauf gerufen. Da bin ich natürlich gerne dabei. Da an diesem Wochenende viele große Laufveranstaltungen stattfinden, blieb das Teilnehmerfeld relativ klein und familiär. Bei wunderschönem Wetter startete die kleine Läuferschar pünktlich um 11:00 Uhr.



Sandra und Seven waren auch dabei. Gemeinsam liefen wir die ersten Kilometer. Immer wieder schön, wie Seven mit uns mitläuft. Ein tolles Tier. Auch als uns diese wunderschöne Raupe begegnete und wir uns zu dem Tier runterbeugten, bliebe sie ganz lieb bei uns und schaute zu, was wir da machen. Diese farbenprächtige Raupe war verdammt schnell unterwegs. Eine Zeit lang beobachteten wir sie, wie sie sich bewegte und in welche Richtung sie weiterzieht. Damit sie nicht platt gefahren wird, setzte Sandra sie kurzentschlossen in das Gras am Wegesrand.


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Dieser fingerlangen Raupe gilt unsere Aufmerksamkeit. Enorm, wie schnell sie unterwegs war.


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Rettungsaktion geglückt. Dank Sandras Hilfe sitzt die Raupe nun wieder im Grünen.



Leider meldete sich Sandras alte Verletzung und sie beschloss, erst mal Pause zu machen und dann einen neuen Laufversuch zu starten.

Ich traf derweil auf Carsten und gemeinsam liefen wir einige Runden zusammen weiter.

Der Wetterbericht hatte Dauerregen vorher gesagt. Da sah es aber momentan überhaupt nicht nach aus. Aber das sollte sich dann doch ziemlich schnell und brutal ändern.


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Es liegt was in der Luft. Der Wetterumschwung kommt mit voller Kraft.



Gegen 15:00 Uhr fielen die ersten Regentropfen und es wurde immer kühler. Marc zog immer noch in kurzer Laufkleidung seine Runden, während ich schon die langärmelige Jacke an hatte.

Sandra und Seven gesellten sich noch einmal auf die Strecke. Aber auch jetzt meldete sich Sandras Verletzung und sie brach daraufhin den Lauf ab. Schade, ich hoffe nur, dass bald die Ursache der Schmerzen gefunden wird und sie endlich schmerzfrei laufen kann.

Stunde um Stunde verging. Aus den Regenschauern war nun Dauerregen geworden. Die Kälte kroch in mir hoch und es wurde verdammt ungemütlich.

Ich beschloss, mir etwas Wärmeres anzuziehen. Eine lange Hose und ein dickeres Fleece-Shirt sorgten dann für ein wohliges Laufgefühl.

Dabei fiel mir auf, dass der Salomon Laufrucksack eine Fehlkonstruktion hat, über die ich mich schon öfter geärgert habe. Aber hier kam der Missstand nun so richtig zum Tragen. Die Verschlüsse der Brustgurte sind so unmöglich einzuhaken, dass man sie mit klamm gefrorenen Fingern nicht einmal aushaken kann, um den Rucksack abzusetzen. Glatte Fehlkonstruktion, Note 6. Kann ich nicht weiter empfehlen.

Zurück auf der Strecke traf ich wieder auf Carsten. Es hatte sich nun richtig eingeregnet und die Läuferzahl war auf drei reduziert. Carsten, Marc und ich.

Es dauerte nicht mehr lange, da verabschiedete sich Marc zur Nachtruhe. Er wollte lieber morgens dann noch mal durchstarten, in der Hoffnung, dass das Wetter dann besser sei.

Von nun an lief ich zusammen mit Carsten, die ganze Nacht hindurch. Im Schein der Stirnlampen zogen wir Runde um Runde. Und es regnete immer noch. Der Regen nahm kein Ende. Mehrmals zogen wir uns trockene Sachen an um dann doch schnell wieder nass zu werden. Aber man hatte wenigstens einen kleinen Moment ein trockenes Gefühl. Nur das Wasser in den Schuhen, das wurde mit der Zeit immer ungemütlicher. Da konnte man überhaupt nichts gegen machen.

Einzige Lichtblicke bei diesem miesen Wetter waren die kleinen Verpflegungspausen im Vorzelt. Bei heißer Brühe und einer Scheibe Brot fluchten wir über das Wetter. Waren aber stolz, es trotzdem schon so lange ausgehalten zu haben.

Um kurz nach Zwölf laufen Carsten und ich unsere offizielle Streak Runde für den heutigen Tag. So können wir nach dem Ende der Veranstaltung bedenkenlos den Rest des Tages verschlafen, ohne an Laufen denken zu müssen.

So gegen zwei Uhr machte sich bei mir die Müdigkeit breit. Der innere Schweinhund meldete sich zaghaft an. Wollte mich überreden, aufzuhören. Säuselte mir was von „Scheiß Wetter“ ins Ohr und vom „kuscheligen Bett“. Aber ich wiederstand ihm. Er wurde immer aufdringlicher, geradezu penetrant. Aber ich hatte ja zum Glück noch Carsten an meiner Seite. Er merkte, was in mir vorging und er konnte mich dann doch mit gutem Zureden wieder auf die richtige Bahn lenken. Wie gut, so einen verständnisvollen Lauffreund dabei zu haben.




Der Regen wurde nun noch eine Nummer stärker und machte uns das Leben noch schwerer. Denn der Boden konnte die Wassermassen nicht mehr aufnehmen. Infolge dessen verwandelten sich die Wege in Bäche. Anfangs konnten wir den riesigen Pfützen noch ausweichen und liefen mehr Zickzack als grade Strecken.

Dann erwischte der innere Schweinehund auch Carsten. Mit vollem Power versuchte er, ihn von der Strecke zu drängen. Aber da hat er auf Granit gebissen. Nach einer halben Stunde zähen Kampf, musste er Carstens den Sieg überlassen.

Als Sieger kamen wir durch diese grauenvolle Nacht. Die ersten Vögel zwitscherten ihr Morgenlied, während wir mehr oder weniger gehend als laufend unsere Runden zogen. Dem Wasser auszuweichen ist nun unmöglich geworden. Bei jedem Schritt schwappt es in die Schuhe. Ich merke, wie sich die Fußsohlen immer mehr aufweichen und sich Blasen bilden. Das wird in den letzten verbleibenden sieben Stunden bestimmt noch lustig werden.

Die ersten Camper, auf dem Weg zur warmen Morgendusche, kreuzen unseren Weg. Sie können es nicht fassen, das wir bei solch miesem Wetter immer noch unterwegs sind und erklären uns für völlig verrückt. Wir sind solche Aussagen gewohnt und lächeln nur müde darüber. Dafür brennt in uns diese Glut, es schon soweit geschafft zu haben. Nun schaffen wir auch den Rest, egal, was das Wetter macht. Obwohl, meine Füße machen mir das Laufen so langsam richtig schwer. Solche Schmerzen unter den Fußsohlen hab ich noch nie gehabt. Mal abwarten, wie das weiter geht.

Wir erreichen den Verpflegungspunkt um uns mal wieder etwas zu stärken. Da steht Marc und will gerade wieder durchstarten. Nach kurzer Begrüßung verschwindet er im Sauwetter und zieht seine Runden.

Immer noch prasselt der Regen auf das Vorzelt. Mit der Geräuschkulisse und der Wärme aus dem Gasheizofen wird man sehr schnell müde und wir müssen aufpassen, nicht am Frühstückstisch einzuschlafen. Darum rasten wir nicht lange und starten schnell wieder durch.

Mit jeder Runde werden die Schmerzen unter den Füßen stärker. Lange werde ich das wohl nicht mehr aushalten. Aber die 100 km, die will ich unbedingt noch schaffen.

Die habe ich dann auch so gegen 08:30 Uhr geschafft. Das war zum Schluss richtig schwer. Der Schmerz im linken Fuß war kaum noch zu ertragen. Damit weiter zu laufen wäre Blödsinn gewesen. Ich hatte ja mein Ziel, die 100 km, erreicht. So wollte ich meine Gesundheit nicht weiter aufs Spiel setzten.

Es war jetzt nur noch Carsten im Rennen. Er hatte noch das Ziel vor Augen, seine persönliche Bestleistung im 24 Stunden Lauf zu verbessern.

Das gelang Ihm dann auch noch in der restlichen Zeit und unter schwersten Witterungsbedingungen die alles abverlangten.

Ganz herzlichen Glückwunsch dazu. Super gemacht, alles richtig gemacht.

Auch einen Glückwunsch an Marc, der sich so tapfer durchgekämpft hat und uns mit seinen schnellen Runden immer wieder in Erstaunen versetzte. Toll, dass Du dabei warst.

So hoffe ich, dass wir hier bei der nächsten Laufveranstaltung auch mal richtig optimales Laufwetter bekommen, nicht nur so viel Regen oder so tiefe Minusgrade wie letztes Mal.

Zum Schluss noch einmal ein ganz herzliches Dankeschön an Carsten, der in so liebevoller Begeisterung für das Ultralaufen, uns diese schöne Veranstaltung geboten hat. Ich komme gerne wieder. Danke schön.